Dr. Antje Schweter: "Einfluss verschiedener Lebensstilfaktoren auf die Knochenmasse von Kindern und Jugendlichen: Möglichkeiten der Gesundheitsförderung im Setting Schule"
Projektdauer:
01.01.10 bis 28.04.15
Kurzinhalt:
Osteoporose und die damit verbundenen Folgeerkrankungen sind eines der größten Gesundheitsprobleme in den westlichen Industrienationen. Als einer der entscheidenden Risikofaktoren für das Auftreten von Osteoporose im höheren Lebensalter gilt eine verminderte Knochendichte im Kindes- und Jugendalter. Vor diesem Hintergrund wurden bei Kindern und Jugendlichen die Zusammenhänge zwischen der Knochenmasse und verschiedenen Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung, dem Körpergewicht und der Körperzusammensetzung sowie soziodemographischen und -ökonomischen Daten (Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Migrationshintergrund) untersucht.
Bei 250 Schülerinnen und 232 Schülern im Alter von 10 bis 17 Jahren wurden die Knochenmasse (Steifigkeitsindex) mittels quantitativer Ultrasonometrie (Achilles-Insight) am Fersenbein ermittelt. Die fettfreie Masse und die Fettmasse wurden mit der bioelektrischen Impedanzanalyse (Data Input) und der Formel von Plachta-Danielzik et al. (2008) bestimmt. Das Aktivitätsverhalten der Probenden wurde anhand eines Fragebogens ermittelt und der Aktivitätslevel (PAL) unter Verwendung von Multiplikatoren für den Ruheenergieumsatz (WHO 1985) berechnet. Mittels eines Verzehrshäufigkeitsfragebogens wurde der Lebensmittelverzehr erfasst. Der Pubertätsstatus (Carskadon und Acebo 1993) und die Aufenthaltsdauer im Freien wurden ebenfalls mittels Fragebogen erhoben.
Die Ergebnisse der multivariaten Regressionsanalysen zeigen, dass vor allem die fettfreie Masse, das Geschlecht und die körperliche Aktivität einen Einfluss auf die Entwicklung der Knochenmasse in der Kindheit und Jugend haben.
Schüler und Schülerinnen mit einer niedrigen Knochenmasse weisen im Vergleich zu denjenigen mit einer hohen Knochenmasse einen signifikant niedrigeren BMI auf. Zudem sind die Schüler mit einer niedrigen Knochenmasse häufiger von Untergewicht und seltener von Übergewicht betroffen. Die Schülerinnen mit einer niedrigeren Knochenmasse verzehren signifikant mehr Limonaden als Schülerinnen mit einer hohen Knochenmasse. Hinsichtlich der körperlichen Aktivität ist zu erkennen, dass sich die Schüler und Schülerinnen mit einer niedrigen Knochenmasse tendenziell weniger bewegen und weniger im Freien aufhalten.
Diese Erkenntnisse sollten gezielt für entsprechende gesundheitsfördernde Maßnahmen genutzt werden. Von besonderem Interesse ist hier das Setting Schule, da dort alle Heranwachsenden erreicht werden und die Schüler und Schülerinnen zudem relativ viel Zeit verbringen. Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen im Bereich körperliche Aktivität und Ernährung haben einen günstigen Einfluss auf die Knochengesundheit der Kinder und Jugendlichen und senken somit das Risiko für die Entstehung von Osteoporose im höheren Lebensalter.
Projektbeteiligte:
In Zusammenarbeit mit:
Betreuung:
Prof. Dr. Petra Lührmann, PH Schwäbisch Gmünd
Prof. Dr. Manfred James Müller, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Verweis auf Webseiten:
Keine
Angehängte Dateien:
keine
Dissertation
abgeschlossen
Projekt-ID:341 Fak. 1 - Institut für Gesundheitswissenschaften • Ernährung, Konsum und ModeErfasst von Lührmann, Petra(Prof. Dr.) am 17.04.24